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Mergers & Acquisitions (M&A) – Unternehmenszusammenschlüsse und Unternehmensübernahmen – gewinnen aktuell an Bedeutung. Die Gründe dafür liegen auf der Hand: Die Globalisierung, zahlreiche Unternehmensinsolvenzen und die ungeklärte Nachfolge in mehr als 300.000 mittelständischen Unternehmen haben dazu geführt, dass zur Unternehmenssicherung verstärkt auf M&A gesetzt wird.
Fusionsprojekte aber sind komplex und erfordern ein hohes fachspezifisches Know-how. Gilt es doch, vor Abschluss einer Übernahme alle potenziellen Risiken und Verbindlichkeiten eindeutig zu identifizieren und zu bewerten. Eine klare Strategie ist daher unverzichtbar – und die bezieht sich eben nicht nur auf Personal, Produktion und Prozessintegration, sondern auch auf die Zusammenführung und Harmonisierung unterschiedlicher IT-Landschaften. Die damit in Verbindung stehenden Dienstleistungen werden meist an externe Spezialisten vergeben. Unternehmen IT-technisch zusammenführenDie Auslagerung an Dienstleister, die auf M&A spezialisiert sind, ist dabei durchaus sinnvoll. Denn in der Übernahmephase wird oft versäumt, interne Kapazitäten für die Anpassung der Informationstechnologie vorzuhalten. Der Grund: zahlreiche andere „Baustellen“ haben Vorrang. Dass sich dieses Versäumnis rächen kann, merken viele Unternehmen erst, wenn sie die Komplexität der Zusammenführung einholt. Und die ist in den meisten Fällen recht hoch. Denn wenn IT-Systeme nicht verlässlich und auf einer einheitlichen Basis arbeiten, können auch die Mitarbeiter ihr Tagesgeschäft nicht mehr effizient erledigen. Die IT-Integration sollte daher in mehreren Schritten erfolgen. So wird die IT trotz vieler anderer To-do’s nicht vernachlässigt.Harmonisierte IT-Systeme beugen Post-Merger-Kosten vor Hat ein Unternehmen den Stellenwert harmonisierter IT-Systeme erkannt, verringert sich die Gefahr eventuell auftretender Post-Merger-Kosten. Generell empfiehlt sich folgende Strategie: Zuerst müssen die Rahmenbedingungen analysiert werden. Je nach Ergebnis erfolgt dann die Migration auf eines der vorhandenen Systeme oder man entscheidet sich für eine Verbindung der beiden bestehenden Systeme. Vorab sollten sämtliche Geschäftsprozesse genau betrachtet werden: Welche sind identisch und welche unterscheiden sich? Können sie angeglichen werden? In welchem Umfang müssen Stamm-, Kunden- und Kontaktdaten migriert werden? Nicht zu vergessen: die Bilanzierungsgrundlagen – ein aktuelles Thema, wenn man an rechtliche Vorgaben wie die International Financial Reporting Standards oder Basel II denkt. Außerdem stellt sich im Laufe einer M&A oft die Frage nach dem Reporting: Worauf basiert es bisher und soll es künftig konsolidiert ablaufen – eventuell mit Unterstützung einer Business-Warehouse-Lösung? Klären Unternehmen und Dienstleister diese Fragen vor Projektstart, steht einer langfristig tragfähigen Lösung nichts mehr im Weg. SAP-R/3-Systemmigrationen in zwei Phasen Diesen Weg ist die die PAUL WURTH S.A. mit Unternehmenssitz in Luxembourg bei der Anbindung einer Tochtergesellschaft gegangen. Die Verhandlungspartner setzten sich frühzeitig mit den IT-seitig relevanten Aspekten auseinander. Dabei kam dem im Anlagenbau für Eisen und Stahl bekannte Traditionsunternehmen zugute, dass es für die betriebswirtschaftlichen Prozesse seit 1997 die voll integrierte Software SAP R/3 einsetzt. Im Jahr 2005 sollte eine neue Tochtergesellschaft in das SAP-System eingebunden werden. Gemeinsam mit dem IT-Consultant ITML entschloss man sich zu einer schrittweisen Integration der PAUL WURTH Italia S.p.A., der neuen italienischen Tochtergesellschaft mit insgesamt 165 Mitarbeitern. Zwei Monate dauerte die Umsetzung inklusive der Analyse der im System der alten Muttergesellschaft bestehenden Prozesse und Module. In dieser Zeit wurde ebenfalls ein neuer Buchungskreis für die PAUL WURTH Italia S.p.A. gecustomized sowie die Stamm- und Bewegungsdaten migriert. Eine besondere Herausforderung war dabei, vier aktiv laufende Projekte inklusive der damit verbundenen Belege wie Bestellungen und Rechnungen in den neuen Buchungskreis zu übernehmen. Derzeit befindet sich das Unternehmen in der zweiten Integrationsphase. Geplant ist, die derzeit noch separat laufende SAP-Installation der italienischen Tochter als eigenen Buchungskreis auf die bereits bestehende SAP-Produktivumgebung in Luxembourg zu integrieren Hier erfolgt momentan die Detailanalyse bezüglich der Überschneidungen (z.B. Nummernkreise, Customizing etc.) sowie die Festlegung, ob und welche Erweiterungen und Zusatzprogramme inklusive Tabellen migriert werden müssen.
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Alexandra Knaupp
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